Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

7. Prophylaxe

Autoren: M. Raithel, W. Taumann

Prophylaktische Maßnahmen zur Vermeidung der NMA werden besonders bei Neugeborenen und Kindern mit positiver atopischer Familienananmnese empfohlen. Diesbezüglich ist das Stillen innerhalb der ersten 6 Monate ausschließlich mit Muttermilch bei gleichzeitiger Eliminationsdiät der Mutter gegenüber hochallergenen Substanzen (Verzicht auf Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Erdnüsse) sinnvoll. Zudem können durch die Einnahme einer hypoallergenen Flüssigkost bei der Mutter und die Gabe von Hydrolysatnahrung beim Kind günstige Effekte vermittelt werden [4,25].

Weitere mögliche Prophylaxemaßnahmen im späteren Leben sind Karenz von Alkohol, Nikotin, scharfen Gewürzen, Reduktion der Einnahme von nicht-steroidalen Antiphlogistika, Vermeiden einer einseitigen Ernährung etc. und die Behandlung von assoziierten Grunderkrankungen, die die Darmpermeabilität verschlechtern [25].

Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die bakterielle Mikroflora eine entscheidende Rolle bei der Reifung des Immunsystems und damit der Entwicklung einer NMA spielt. In diesem Zusammenhang konnte in einer prospektiven Studie demonstriert werden, dass Kinder, die atopische Erkrankungen entwickeln, eine verminderte Zahl an bestimmten Bakterien wie Bifidobakterien oder Laktobazillus im Darm haben [26]. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass evtl. mit einer probiotischen Therapie möglicherweise eine Prävention der allergischen Erkrankung möglich wäre. Jedoch müssen diesbezüglich noch weitere prospektive Studien den Stellenwert der Probiotika in der Prävention der NMA weiter klären.

 

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